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UhrmacherIn EFZ

Uhrmacher EFZ

Berufsbild

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ sichern die Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Nachverkaufservice – von der Erstellung von Kostenvoranschlägen bis hin zur Fakturierung. Bei Bedarf stellen sie auch Einzelteile her. Sie führen zudem Reparaturarbeiten an Pendeluhren durch und erledigen Laborarbeiten auf selbständige Weise. Für den Uhrmacher EFZ bieten sich zwei spezifische Bereiche an; Er kann seine Fähigkeiten in Bezug auf „rhabillage“ bei der Armbanduhr und /oder Pendeluhr weiterentwickeln indem er, falls notwendig, Einzelstücke anfertigt.

Sie achten auf die Einhaltung der technischen Normen und Qualitätsstandards ihres Berufs, interessieren sich für neue Technologien der Branche und gewährleisten so das hohe Fachwissen.

Wichtigste Handlungskompetenzen

Die Bildungsziele sind in sieben Handlungskompetenzbereiche gegliedert:

  1. Branchenspezifische Werkzeuge und Ausrüstung fertigen
  2. Einzelteile zusammensetzen
  3. Regulieren und feineinstellen
  4. Kontrollverfahren durchführen
  5. Richtlinien zur Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz anwenden
  6. Nachverkaufservice durchführen
  7. Analysen durchführen

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ fertigen die Werkzeuge und Ausrüstung, die sie zum Zusammensetzen der Bestandteile eines Uhrwerks oder einer Ausstattung (Habillement) benötigen. Sie unterscheiden die verschiedenen in der Uhrenbranche verwendeten Materialien und führen gewisse thermische Oberflächenbehandlungen durch. Während der verschiedenen Etappen der Herstellung achten sie auf die Vorschriften zur Benutzung der Maschinen und wenden die Bestimmungen zur Arbeitssicherheit an. Sie kontrollieren regelmässig die ästhetische und funktionelle Qualität der bearbeiteten Werkstücke.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ setzen mechanische, automatische und einfache elektronische Uhrwerke mit kleinen Komplikationen (Kalenderuhr …) sowie chronographische Uhrwerke zusammen und kennen die Grundsätze von Uhrwerken mit grossen Komplikationen. Dazu müssen sie die Fachterminologie der Branche perfekt beherrschen und die verschiedenen Bestandteile von Uhrwerken und der Ausstattung (Habillement) mühelos identifizieren können. Sie führen Arbeitsschritte zur Feineinstellung und Regulierung durch, setzen die Kaliber in Gang und wenden dynamische Auswuchtverfahren an. Sie schalen das Uhrwerk ein. Bei all diesen Tätigkeiten berücksichtigen sie jederzeit die hohen Qualitätsanforderungen, die in diesem Beruf gelten.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ kontrollieren das einwandfreie Funktionieren des Uhrwerks und die ästhetischen Anforderungen mit geeignete Messinstrumenten und -geräten. Ebenso kontrollieren sie die Ausstattung.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ informieren sich laufend über die technologischen Entwicklungen in der Branche und schlagen im Rahmen ihrer Möglichkeiten innovative Lösungen vor.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ analysieren Funktionsstörungen eines Uhrwerks und können die notwendigen Reparaturen vornehmen. Nach dem Einschalen führen sie alle erforderlichen Verfahren für die Schlusskontrolle durch. Je nach gewähltem Fachgebiet gewährleisten sie die Durchführung des Nachverkaufservices und führen Servicearbeiten an der Ausstattung (Habillement) von Uhren durch.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ arbeiten an Pendeluhren. Sie montieren und regulieren Pendeluhren mit einfachem Uhrwerk und zerlegen sie. Je nach gewähltem Fachgebiet führen sie auch Servicearbeiten an verschiedenen Pendeluhren durch.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ arbeiten im Labor mit und erwerben Wissen über die Funktionsweise und Anforderungen dieser Tätigkeiten. Je nach gewähltem Fachgebiet führen sie Laborarbeiten selbständig aus.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ entwickeln Fähigkeiten in einem von zwei zur Auswahl stehenden Kompetenzbereichen. Der erste Bereich betrifft die Tätigkeit „rhabillage“ auf Armband- und/oder Pendeluhren, mit Anfertigung von Einzelstücken, wenn notwendig. Der zweite Bereich erstreckt sich auf eher analytische Fähigkeiten und Erlangung von Kenntnissen über Produktionsmethoden, um eine höhere Leistungsqualität zu erreichen.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher EFZ achten auf die Anwendung der geltenden Vorschriften bezüglich Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltweltschutz der Branche und des Betriebs. Sie beachten diese während des gesamten Produktionsprozesses und schlagen im Rahmen einer Optimierung des Qualitätsansatzes Lösungen für Verbesserungen in diesem Bereich vor.

Berufsausübung

Uhrmacherinnen und Uhrmacher 4 Jahre arbeiten in verschieden grossen Betrieben der Uhrenindustrie, die eine unterschiedlich vielfältige Palette von Produkten herstellen. Sie bilden Teams, erfüllen ihre Aufgabe jedoch auf selbständige Weise und halten dabei sowohl die Kostenvoranschläge als auch die Termine gegenüber den Kunden ein.

Uhrmacherinnen und Uhrmacher 4 Jahre arbeiten in Nachverkaufservice, im Verkauf oder in Labors. Die berufliche Grundbildung bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Ausbildung auf HF- oder FH-Stufe fortzusetzen. Für eine FH-Ausbildung ist die Maturität erforderlich.

Der hohe Qualitätsstandard in der Uhrenbranche ebenso wie die ständige Weiterentwicklung der Uhrenprodukte und die Einführung neuer Technologien verpflichten die Uhrmacherinnen und Uhrmacher 4 Jahre dazu, sich ständig über diese Veränderungen zu informieren.

Gesellschaftliche Bedeutung des Berufs

Heute braucht man keine Uhr mehr, um jederzeit zu wissen, wie viel Uhr es ist: Mobiltelefone und andere elektronische Geräte haben diese Funktion übernommen. Die Uhr ist damit zu einem emotionalen Gegenstand geworden, zu einem Objekt der Leidenschaft und der Träume. Sie zeugt nicht nur vom gesellschaftlichen Status ihres Besitzers, sondern zeigt auch einen Teil seiner Persönlichkeit.

Die Uhrenindustrie muss heute deshalb andere Vorzüge betonen, um ihre Produkte zu verkaufen. Die immer stärker werdende internationale Konkurrenz bedeutet zudem, dass die Schweizer Uhrenindustrie den Mehrwert fördern muss, den ihre Produkte bieten: von der komplexen Technologie über die Innovation und das Design bis hin zu den Materialien und vielem mehr. Die Uhrenindustrie kann auf einer fast 400-jährigen erfolgreichen Geschichte aufbauen und fügt dieser immer weitere Kapitel hinzu. Dank ihrer hervorragenden Reaktionsfähigkeit wurde sie zu einem Aushängeschild der Schweizer Industrie, und das ist sie heute noch. Die Schweizer Uhrenindustrie stützt sich auf solide Kompetenzen, ein ausgezeichnetes Know-how, eine extreme Präzision und eine hervorragende Verarbeitung. Dank diesen Qualitäten sichert sie den Regionen des Jurabogens (von Genf bis Schaffhausen) Tausende von Arbeitsplätzen (fast 56'000 im Jahr 2012, gemäss Erhebung 2012, die vom Arbeitgeberverband der Schweizer Uhrenindustrie veröffentlicht wurde).

Uhrmacherinnen und Uhrmacher 4 Jahre gewährleisten das technische, industrielle und handwerkliche Fachwissen der Uhrenbranche. Mit ihren Kompetenzen können sie Uhren und moderne Pendeluhren wieder zum Laufen bringen. Sie tragen massgeblich zum professionellen Image der Uhrenindustrie bei und stehen für die Seriosität der Branche auch im Ausland.

Das Anforderungsniveau des Berufes ist in Kapitel 4 (Handlungskompetenzbereiche, Handlungskompetenzen und Leistungsziele je Lernort) im Rahmen von Taxonomiestufen (K1 – K6) bei den Leistungszielen detailliert festgehalten.

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass der gute Ruf der Schweizer Uhrenindustrie nur durch ein ausgezeichnetes Ausbildungsniveau der Mitarbeitenden sichergestellt werden kann. Uhrmacherinnen und Uhrmacher 4 Jahre sind das Verbindungsglied zwischen den Kunden und Kundinnen und der Branche, die sie repräsentieren.

Uhrmacher/innen Fachgebiet Industrie beteiligen sich an der Optimierung von Arbeitsabläufen und sorgen für eine effiziente Produktion. Sie entwickeln Methoden, die eine bestmögliche Produktion gewährleisten.

Eine weitere Aufgabe von Uhrmacher/innen Fachgebiet Industrie ist die Leistung von Montagewerkstätten. Dort leiten und instruieren sie ein Produktionsteam, das auch aus angelernten Arbeitskräften besteht.

Voraussetzungen

  • Bereitschaft zum Lernen
  • Motivation für einen technischen Beruf
  • Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ordnungssinn
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Gute Leistungen in Mathematik
  • Technisches Verständnis
  • Manuelles Geschick
  • Freude an Präzisionsarbeit
  • Konzentrationsvermögen
  • Normale Sehschärfe (mit oder ohne Brille)

Schulbildung

Sekundarstufe höheres Niveau oder gleichwertig Grundlagen: