Kauffrau/Kaufmann EFZ

Aktuell bis zur KV-Reform

Hintergrund: Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann EFZ kann in zwei Profilen absolviert werden. B-Profil steht für Basis-Grundbildung, E-Profil für erweiterte Grundbildung. Lehrbetrieb und Lernende/-r wählen zu Beginn der Lehre gemeinsam das Profil.

Die beiden Profile unterscheiden sich nur noch in der schulischen Ausbildung. In der betrieblichen Ausbildung und in den überbetrieblichen Kursen verfolgen beide die gleichen Bildungsziele (gleiches Berufsbild, gleicher Bildungsplan).

  • Kaufleute mit B-Profil erwerben breitere Kenntnisse in «Information Kommunikation Administration».
  • Kaufleute mit E-Profil lernen eine zweite Fremdsprache und erwerben breitere Kenntnisse in «Wirtschaft und Gesellschaft».
  • In der Standardsprache (Deutsch) wie in der Fremdsprache gelten für das B-Profil die gleichen Anforderungen wie für das E-Profil, wobei in der B-Profil-Ausbildung für beide Fächer mehr Lektionen zur Verfügung stehen. Im B-Profil wird eine Fremdsprache belegt, d.h. Englisch oder Französisch. Die Lernenden im Kanton Solothurn schliessen das Fach Englisch ab.
  • Beide Profile umfassen 1800 Lektionen.
  • Die Berufsbezeichnung im eidgenössischen Fähigkeitszeugnis lautet für beide Profile «Kauffrau/Kaufmann EFZ». Das unterschiedliche Profil dokumentiert der Notenausweis.

Im B-Profil durchlaufen die angehenden Kaufleute gleich viele V&V-Module mit identischem Inhalt wie im E-Profil. Zudem wird im B-Profil im 3. Lehrjahr, genau gleich wie im E-Profil, eine selbstständige Arbeit (SA) verfasst. Zusammen mit den betrieblichen Ausbildungselementen sind damit sowohl das Anspruchsniveau wie auch das von den Absolventinnen und Absolventen zu erwartende Ausmass an Fähigkeiten abgesteckt. Die Ausbildung im B-Profil wird mit der neuen Bildungsverordnung ab 2012 gestärkt. Lernenden im B-Profil stehen alle gängigen kaufmännischen Weiterbildungen (Sachbearbeiter-Zertifikatsprüfung edupool, eidg. Berufsprüfungen, höhere Fachprüfungen und Fachschulen) und, bei entsprechender Vorbereitung, auch die BM 2 (Voraussetzung sind zwei Fremdsprachen auf Niveau B1) offen.

Die schulischen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bestehen des B-Profils dürften übers Ganze gesehen leicht unter denjenigen des E-Profils liegen – mit Betonung auf «leicht». Es wäre deshalb vermessen zu glauben, dass alle, die im E-Profil an den schulischen Anforderungen scheitern, während der Ausbildung jederzeit ins B-Profil wechseln können. Wie erwähnt, legt das B-Profil eigene Schwerpunkte und verunmöglicht damit einen Übertritt vom E- ins B-Profil nach dem 3. Semester der unterschiedlichen Lektionendotation wegen. Das B-Profil ist ausdrücklich keine «Lightversion» des E-Profils. Eine sorgfältige Profil-Wahl vor Abschluss des Lehrvertrages ist damit die Voraussetzung zur Vermeidung von späteren Nachteilen für Lernende, Lehrbetriebe und Berufsfachschule.

Berufsinformationen / Gesetzliche Grundlagen

Vertiefen und Vernetzen (während der gesamten Ausbildungsdauer sind zwei Module durchzuführen)

Die Arbeitswelt verlangt ein verstärktes prozessorientiertes und bereichsübergreifendes Denken und Handeln. Deshalb sollen Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen (wie effizientes und systematisches Arbeiten, vernetztes Denken und Handeln, wirksames Präsentieren, Lernfähigkeit, etc.) während der Grundbildung gefördert werden.

V&V bietet ein Lern-, Arbeits- und Beurteilungsgefäss, das die ganzheitliche, problem- und handlungsorientierte Arbeitsweise der Lernenden fördert. Ein V&V-Modul soll den folgenden Kriterien gerecht werden: Die Aufgabestellung ist komplex, Leistungsziele aus W+G, IKA und ergänzt durch Deutsch, werden vertieft und unterrichtsbereichsübergreifend vernetzt. Es werden betriebswirtschaftliche Prozesse abgebildet. Der Aufbau von Methoden-, Sozial und Selbstkompetenzen wird unterstützt. Ein Modul hat exemplarischen Charakter und ist nicht auf die primäre Anwendbarkeit im Betrieb ausgerichtet.

Das Lerngefäss, umfasst ca. 80 Lektionen. Die Durchführung erfolgt integrativ in den Fächern W+G und IKA im 2. Lehrjahr.

Die Note aus den zwei gleichgewichteten V&V-Modulen wird in den Semesterzeugnissen separat ausgewiesen. Sie finden keinen Eingang in die Zeugnisnoten von W+G, IKA oder Deutsch. Gleichzeitig trägt der Durchschnitt der zwei V&V-Module zu 50 % zur Fachnote Projektarbeit bei.

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